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21.6.05 10:44


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DARK NIGHT OF THE SOUL (EMI)

Besser spät als gar nicht: 2 Selbstmorde später erscheint die dunkle Seelennacht doch noch.

Sieh an, hier ist sie also. Als 2009 das gleichnamige Buch erschien, lag nur eine Leer-CD bei, das Resultat eines Rechtsstreits zwischen Danger Mouse und EMI. Sicher, die Musik war im Internet schnell zu finden, aber ausser einigen Vinyl-Promos gab es das Ding nicht in physischer Form. Was umso bedauerlicher war, als Danger Mouse & Sparklehorse mit einer eklektischen Gruppe von Gästen (u.a. Vic Chesnutt, Julian Casablancas, Flaming Lips, Iggy Pop, Jason Lytle, Black Francis, David Lynch) ein wirklich feines Album eingespielt hatten. Vom wunderbar melancholischen Opener „Revenge“ (Wayne Coyne on vocals) über die Rocker „Angels Heart“ (Black Francis) und „Pain“ (Iggy) und die beiden Songs mit Jason (Grandaddy) Lytles verträumter Stimme, ist diese dunkle Nacht der Seele eine Art Film für den Kopf der, viel weniger düster als der Titel vermuten liesse, über weite Strecken eher eine bittersüss schwebende Stimmung verbreitet, mit ausnehmend schönen Ohrwurm-Melodien. Ein gutes Album also, aber ein schaler Nachgeschmack verbleibt: Mark Linkous und Vic Chesnutt haben sich mittlerweile das Leben genommen und man kann sich des Gedankens nicht erwehren, dass erst diese traurige Tatsache EMI zur Veröffentlichung bewog. Den beiden ist das Album nun auch gewidmet. Selbstmord als Marketing-Tool? Andererseits: Besser spät als gar nicht, denn Dark Night Of The Soul ist neben allem anderen auch eine würdige Abschiedsbotschaft zweier viel zu früh verstorbener Musiker.
29.6.10 12:21


OTIS REDDING – LIVE ON THE SUNSET STRIP (CONCORD/UNIVERSAL)

Aus den Archiven: Soul-Dynamit mit Extra-Live Power.

Otis Redding scheint in seiner tragisch kurzen Karriere praktisch rund um die Uhr gearbeitet zu haben, denn zwischen seinem Stax-Debut 1964 und seinem Tod 1967 im Alter von nur 26 Jahren veröffentlichte er nicht nur 5 Alben sondern tourte auch unentwegt, in Begleitung der MGs, der Bar-Kays oder seines eigenen Mini-Orchesters. Letzteres begleitet ihn auch 1966 bei einer Konzertserie in Los Angeles, von der bereits seit langem 2 Teilveröffentlichungen vorliegen (In Person At The Whisky A Go Go und Good To Me). Von denselben Gigs kommt nun Live On The Sunset Strip, das statt der befürchteten Resteverwertung drei komplette Auftritte mit Otis und Band in absoluter Topform bringt. Gleich im ersten Set findet sich eine wunderbar dramatische Version von „One More Day“ und ein super-dynamisches, bläsergetriebenes „I Can’t Turn You Loose“, zu den vielen weiteren Highlights gehören „I’ve Been Loving You Too Long“, „Respect“, „Security“ sowie die überraschenden Coverversionen von „Papa’s Got A Brand New Bag“ (James Brown) und „A Hard Day’s Night“ (Lennon/McCartney). Weil es 3 Sets sind, können Wiederholungen nicht ausbleiben – Redding scheint „Satisfaction“ (Jagger/Richards) besonders geschätzt zu haben –, aber das kann man locker wegstecken, zumal kaum eine Version klingt wie die andere und alle mit jener Energie und Leidenschaft dargeboten wird, die Redding noch zu Lebzeiten zur Legende machte. Kurz: ein weiteres grossartiges Live-Album von Otis Redding und die perfekte Ergänzung zum essentiellen mit dem MGs eingespielten Live In London & Paris.
29.6.10 12:20


IGGY & THE STOOGES – RAW POWER (LEGACY EDITION) (COL/SONY)

Raw Power, die X-te: Wir wollen Euer Geld (schon wieder).

Nach zwei so fabulösen wie erfolglosen Alben (Stooges & Funhouse) begab sich Iggy Pop 1972 nach London um unter der Ägide von David Bowie gemeinsam mit Gitarrist James Williamson ein neues Album einzuspielen. Da im UK aber keine adäquate Rhythm Section aufzutreiben war, wurden dann doch wieder die Asheton-Brüder eingeflogen und, mit Ron am Bass, wurde das geplante Soloalbum zum neuen Stooges-Werk Raw Power, eine der legendärsten Platten der Rockgeschichte, die von „Search & Destroy“ bis „Death Trip“ 33 Minuten durchglüht. Wozu auch David Bowies exzentrischer Mix beitrug, der Gitarren und Stimme nach vorne, den Rest in den Hintergrund mischte, weswegen erstere geradezu aus den Boxen zu explodieren schienen. Nach einer völlig unbrauchbaren Erstveröffentlichung auf CD in den 80ern brachte Sony 1997 bereits einmal (und 2001 gleich nochmal als Millennium Edition) eine Legacy Edition von Raw Power auf den Markt, mit Iggys eigenem Mix. Wiewohl ausbalancierter und lauter, büsste Raw Power in dieser Version viel von seiner aggressiven Flammenwerferkraft ein, die einen so essentiellen Einfluss auf Punk hatte. In dieser neuen Edition liegt nun wieder der remasterte Bowie-Mix vor (nebst einer 2. CD mit einem gruftig klingenden Konzert von 1973 und 2 lauen Studio-Outtakes; die wichtigste Nummer, „I Got A Right“, fehlt), bzw. auch als superteure Deluxe-Edition mit diversem unnötigem Schnickschnack. Verärgert über diese erratische und geldgierige Veröffentlichungspolitik empfiehlt der Rezensent keine von beiden Versionen sondern die neue Vinyledition von Phantasm (die als Doppelalbum beide Mixes enthält), sowie baldigen Besuch bei einem Konzert der Stooges mit Williamson, die derzeit wieder auf Tour sind.
1.6.10 09:47


DEAD WEATHER – SEA OF COWARDS (WARNER)

Jack White ist nicht zu Stoppen: schon wieder ein Meisterwerk!

Wer dachte, dass der unfassbar produktive Jack White Dead Weather nur mal so als schnelles Nebenprojekt durchgezogen hatte, wird kaum ein Jahr später mit Album Nr. #2 eines Besseren belehrt. Klangen einige Songs auf Horehound zum Teil noch ein wenig wie (allerdings verdammt gute) Studio-Jams, so haben sich auf Sea Of Cowards White, Mosshart, Ferrita und Lawrence zu einer echten Band verfestigt, Whites bereits dritte, und genauso gut wie White Stripes und Raconteurs. Wenn nicht gar noch besser, weil noch unberechenbarer, noch extremer, noch durchgeknallter. Sea Of Cowards bringt 11 brodelnde Songs, gebraut aus treibenden Rhythmen (Whites Schlagzeugspiel ist genauso explosiv wie seine Gitarrenarbeit bei den zwei anderen Bands), pumpendem Bass (Lawrence), sowie kreischenden Gitarren (Ferrita) und sich perfekt ergänzenden und anstachelnden Stimmen (Mosshart & White), die manchmal kaum auseinanderzuhalten sind. Am eindrucksvollsten ist aber vielleicht die Tatsache, dass hier ein Killersong auf den nächsten folgt, vom Doppelschlag „Blue Blood Blues“/“Hustle & Cuss“ über die 1. Single „Die By The Drop“ und das gleich folgende „I Can’t Hear You“ bis zu „Jawbreaker“. Nur die Abschlussnummer folgt dem Horehound-Muster und bringt Sea Of Cowards zu einem etwas ruhigeren Ende, mit einer bizarren Ave Maria-Variation, die so vermutlich nur Jack White einfallen konnte und die ein Album abschliesst, das so mitreissend, so frenetisch, so unpackbar lebendig ist, wie’s nur wirklich grosser Rock’n’Roll sein kann.
1.6.10 09:47


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