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THEM CROOKED VULTURES – TCV (RCA)

… & schon wieder eine gute Supergruppe!

Kurz nach den Monsters of Folk kommt die nächste Suppergruppe daher und diesmal eine, die sich die Fans gleich mehrerer Bands herbeigesehnt haben. Denn Josh Homme und Dave Grohl erfüllen sich einen echten Jugendtraum: ein gemeinsames Projekt mit einem Musiker der (nicht nur für sie) wichtigsten Rockband aller Zeiten, Basslegende John Paul Jones von Led Zeppelin. Gut, dass Grohl und Homme so viele Jahre zur Vorbereitung dafür hatten, denn wer mit Titanen spielen will, kann sich leicht die Finger verbrennen. Aber dank der bei Kyuss, QUOTSA, Nirvana und Foo Fighters gesammelten Erfahrungen schlagen sich beide wacker und liefern adäquate Begleitung zu Jones fast übermenschlich muskulösen und exakten Bassläufen (man höre „Elephants“ zum Beleg – laut!). Besonders Grohl brilliert mit wuchtigem Einsatz; Hommes präzises Gitarrenspiel und kompetenter Gesang lassen Hörer nicht allzu oft die Stimme von Robert Plant oder die Gitarre von Jimmy Page herbeiwünschen, mehr kann man von jemandem nicht verlangen, der nun mal nicht Jack White ist. Neben Jones‘ Bass (und an Zeps „Trampled Underfoot“ erinnerndes Clavinet auf „Scumbag Blues“) beeindrucken aber weniger die Einzelleistungen sondern die durchgehend guten Songs und vor allem das äußerst dichte Zusammenspiel, das sich auf Knallern wie „New Fang“ ebenso deutlich manifestiert wie auf den längeren, psychedelischeren Songs wie „Warsaw“ – „tight but loose“, um Led Zeps altes Motto zu zitieren. Fazit: 66 Minuten lässiger, harter Rock und John Paul Jones‘ Rückkehr an die Front – was will man mehr?
28.11.09 17:08


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BIG STAR – KEEP AN EYE ON THE SKY (ANTHOLOGY) (RHINO/WARNER)

Definitive Retrospektive einer der besten Band der 70er.

Zwar bietet die Rockgeschichte deprimierend viele Beispiel für Bands über deren Karriere ein Fluch zu hängen scheint, andererseits können sich die Musiker (sofern noch am Leben) manchmal damit trösten, dass der Einfluss ihrer Bands mit der Zeit immer weiter wächst während erfolgreichere Zeitgenossen längst vergessen sind. „Nur 5 Leute kauften die erste Velvet Underground-LP“, sagt man (also alle Freund Lou Reeds), „aber jeder gründete danach sofort eine Band“ (oder wurde wenigstens Musikkritiker) und trug so dazu bei, dass die Musik weiterlebte. Big Star ist vielleicht das Paradebeispiel für dieses Phänomen: in den wenigen Jahren ihrer Existenz (1971-5) verfolgt von Vertriebsproblemen, Todesfällen und Drogensucht und bald fast völlig vergessen, gingen eingeweihte Späthörer vor der einzigartig geschickten Verschmelzung von Beatles-inspirierten Melodien, Who/Kinks-Gitarren, Byrds- Harmonien und Memphis Soul-Elementen ehrfürchtig in die Knie – und gründeten zum Dank Bands wie R.E.M., Replacements, dbs, Teenage Fanclub oder Posies. Zwar wurden (auch deshalb) die 3 Big Star Alben immer wiederaufgelegt (das dritte, todtraurige Sister Lovers erst posthum), aber zu einer ausführlichen Retrospektive reichte es nie. Bis jetzt, denn dieser exzellente Boxset im schicken 7‘‘-Format vereint sämtliche Aufnahmen aus den 70ern (oft in alternativen Mixes), fügt Demos und Solo-Songs (etwa Chris Bells unvergleichliches „I Am The Cosmos“) sowie ein komplettes 1973er-Konzert und ein dickes Buch hinzu und wird damit zum definitiven Dokument einer Band, deren Erfolg in Zahlen vernachlässigbar, in Bedeutung unermesslich war.
13.11.09 15:33


KING CRIMSON – IN THE COURT OF THE CRIMSON KING (40th ANNIVERSARY EDITION) (DGM/GALILEO)

Ein legendäres Debut in definitiver Edition.

„Ein unheimliches Meisterwerk“, murmelte der sonst mit Lob sparsame Who-Mastermind Pete Townshend, nach dem ersten Hören von King Crimsons psychedelisch/progressivem Debutmonster. Auch 40 Jahre später kann man ihm noch vorbehaltlos beipflichten, denn nur wenige des an außerordentlichen Platten reichen Jahres 1969 – und kein einziges anderes Debutalbum – vermögen auch heute noch ähnliche Sogwirkung auszulösen wie der Mahlstrom aus Gitarren, Saxophonen, Flöten, Schlagwerk und jeder Menge Mellotron der selbst vorbereitete Hörer in den Hof des Scharlachkönigs zieht. Beim ersten Hören von „21st Century Schizoid Man“ vor vielen Jahren dachte dieser Rezensent gar die Boxen wären defekt: so unvorbereitet traf ihn die Wucht dieser heute noch unglaublichen Nummer, so wahnwitzig klang Greg Lakes Vocoder-verzerrte Stimme und Robert Fripps Gitarrenspiel. Auch die ruhigeren Nummern (das folkige „I Talk To The Wind“ etwa und das jazzige „Moonchild“) sowie die Mellotron-Epen „Epitaph“ und das Titellied haben nichts an Spannung verloren, sondern lassen Bedauern darüber aufkommen wie eindimensional die Klangvisionen heutiger Bands im Vergleich oft ausfallen, was der phantastisch räumliche Klang dieser neuen von Steven Wilson (Porcupine Tree) gemixten Version (die auch als superbes und glasklares 5.1-Mix vorliegt), nachdrücklich bestätigt. Dies ist die 4. und definitive CD-Edition des Superklassikers, zumal sie als erste auch noch faszinierende Bonustracks (alternative/instrumentale Versionen, Single-Mixes, Session-Aufnahmen) enthält. Kurz: ein musikalischer Meilenstein in perfekter Edition: unverzichtbar.
13.11.09 15:33


MONSTERS OF FOLK – MONSTERS OF FOLK (ROUGH TRADE/INDIGO)

Vier Indie-Heroen in trauter Gemeinsamkeit.

Die Geschichte zeigt, dass Supergruppen nicht immer halten, was die Qualität ihrer Mitglieder zu versprechen scheint; zu oft scheinen diese einander ihrer hervorstechenden Qualitäten eher zu berauben, als sie zu unterstützen. Zu den Ausnahmen, welche die Regel bestätigen, gehören glücklicherweise die Monsters of Folk. Inspiriert durch wiederholtes Zusammentreffen und -spielen bei diversen Festivals fanden sich Jim James (My Morning Jacket), M. Ward, Mike Mogis und Conor Oberst (Bright Eyes) zu einer Formation zusammen, deren Stärke weniger in der Eroberung neuen Terrains liegt (manche Songs könnten sich auch auf individuellen Alben finden) als in der reizvollen Kombination bekannter Elemente: „Dear God“, etwa mit seinen von James, Oberst und Ward abwechselnd gesungenen Strophen, oder Wards „Slow Down Jo“, das von den anderen Musikern vervollständigt wird wie eine Skizze zum fertigen Ölbild. Überhaupt scheinen Egos bei diesen freundlichen Monstern keine Rolle zu spielen, niemand singt oder spielt sich hier auffällig in den Vordergrund. Stattdessen gibt es 15 abwechslungsreiche Folksongs (mit gelegentlichen Country und Rock-Elementen) mit wunderschönen Melodien (und guten Texten, besonders von Oberst) die allesamt klingen, als wären die Songs selbst das Essentielle und die Musiker nur dazu da gewesen, sie möglichst unbeschädigt in die Welt zu bringen. Ein höchst erfolgreiches Unterfangen, weshalb dieses feine Album hiemit allen Fans der jeweiligen Stammbands an Herz und Ohr gelegt wird.
13.11.09 15:31


TIM BUCKLEY – LIVE AT THE FOLKLORE CENTER 1967 (TOMPKINS SQUARE/CARGO)

Wiederentdeckt: Tim Buckleys erste Live-Aufnahme!
Dass in Zeiten, in denen die Archive der Vergangenheit bereits so gut erforscht sind, immer noch ungeahnte Schätze auftauchen, ist selbst für historisch interessierte Hörer überraschend. Nicht allzu viele allerdings können es mit dieser sensationellen Veröffentlichung aufnehmen: Tim Buckleys erster bekannter Live-Mitschnitt, vom 06.03. 1967, kurz nach Veröffentlichung seines Debutalbums! Als wäre das nicht genug, bietet das einstündige Konzert aber nicht nur 3 Songs davon, sondern auch 4 vom folgenden Album sowie 6 nie regulär veröffentlichte Songs, alle in kristallklarem Mono. Noch dazu zeigt sich Buckley in grosser Form – nur mit Gitarre begleitet haucht und singt Buckley mit seiner unvergleichlichen Stimme den Songs Leben ein, und lässt vor allem die etwas überproduzierten Nummern von Goodbye & Hello neu erstehen – intimer, packender, lebendiger. Selbst ein durchgehend grossartiges Konzert hat Höhepunkte; hier begeistern besonders superbe Versionen von „Phantasmagoria“ und „Troubadour“, ein dramatisches „No Man Can Find The War“ sowie eine zum Weinen schöne Version von Fred Neils „Dolphins“ – zu schweigen von dem bisher unbekannten, stürmischen „I Can’t Leave You Loving Me“, in dem sich schon die Vokalakrobatik späterer Meisterwerke wie Starsailor ankündigt. All dies zusammen macht dieses wunderbare Album neben dem grossartigen Dream Letter: Live In London nicht nur zur wichtigsten posthumen Buckley Veröffentlichung, sondern zu einer seiner wichtigsten und schönsten überhaupt.
23.9.09 10:47


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